Die Microsoft Handys sind da

Microsoft hat es doch gewagt. Die Windows Handys Kin One und Kin Two sind da. In erster Linie wurden die Handys für die Nutzung der sozialen Netzwerke konzipiert.

Der Schritt, eigene Handys auf den Markt zu bringen, ist für Microsoft laut Branchenkennern ein großes Risiko. Schließlich hat sich der Software-Konzern bislang mit der Rolle als Lieferant der Handy-Betriebssysteme Windows Mobile und Windows Phone 7 für HTC, Samsung und andere Handy Hersteller begnügt. Durch die Entwicklung eigener Handys in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Sharp, könnte Microsoft seine Betriebssystem-Abnehmer HTC und Samsung verärgern.

Doch Microsoft nimmt das Risiko in Kauf. Mit Kin One und Kin Two wird Telefonieren zur Nebensache. Natürlich können die Zwei auch das, doch schon die großen Displays und die herausziehbaren QWERTZ-Tastaturen verraten den eigentlichen Zweck.

Die Handys wurden zusammen mit dem japanischen Elektronik-Riesen Sharp entwickelt und werden nun auch von diesem produziert. Beide Slider-Handys sind mit Touchscreen und vollständiger Tastatur ausgestattet.

Kin One ist im praktisch, quadratischen Format gebaut. Noch klein genug, um in der Hosentasche transportiert zu werden, hat es allerdings auch eine geringere Auflösung als sein Bruder Kin Two. Der Vorteil des Kin One ist vor allem die Ein-Hand-Bedienung.

Kin Two ist ein Barrenhandy, welches im Querformat gebaut wurde. Der höher auflösende Bildschirm und die größere Tastatur erleichtern das Twittern und Chatten. Weiterhin ist das Kin Two mit einer 8-Megapixel-Kamera ausgestattet, welche Videos in HD-Qualität aufnehmen kann. Kin One wurde lediglich mit einer 5-Megapixel-Kamera bedacht.

Was die Windows Handys so besonders macht, ist die Software, die das Arbeiten mit den sozialen Netzwerken vereinfacht. Zum Beispiel können die Windows Handys die wichtigsten oder beliebtesten Personen aus dem Adressbuch auf dem Startbildschirm anzeigen. Diese Kontakte werden bevorzugt behandelt und erhalten häufiger, als die anderen Kontakte, Updates aus den sozialen Netzwerken.

Die eigenen Updates sollen mit Texten, Bildern, Videos, Weblinks und GPS-Daten kombiniert werden und per Fingerzeig auf dem Touchscreen erstellt werden können. Um Speicherplatz zu sparen, werden alle Daten und Anwendungen virtuell in einer Cloud, einer so genannten Datenwolke, gespeichert.

Weiterhin ist bekannt, dass beide Handys mit einem nVidias Tegra-Chip ausgestattet sind. Dieser sorgt dafür, dass das Abspielen animierter Desktop-Grafiken sowie 3D-Spiele kein Problem sind. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

In den USA sollen die Handys Kin One und Kin Two ab Mai von dem Netzbetreiber Verizon vermarktet werden. In Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland wird Vodafone diese Position einnehmen und die Handys im Herbst auf den Markt bringen.

Quelle: spiegel.de
Fotos: Microsoft